Dass Tansania nicht die Schweiz ist, sondern – ohne zu werten – anders, aber nicht minder bewundernswert und eindrücklich ist, haben wir sechs Hünenberger diesen Herbst erfahren, als uns unser Freund und Bekannter Richard Balmer einlud, mit ihm dieses einmalige Land im Osten Afrikas zu besuchen. Nebst dem Besuch der Naturschönheiten, die dieses Land mit seinen Naturreservaten und dem Kilimanjaro, dem höchsten Berg dieses Kontinents, einmalig macht, stand für uns der Besuch in Mivumoni und die Begegnung mit den Schwestern und den Schülerinnen im Zentrum unserer Reise. Was afrikanische Gastfreundschaft und Herzlichkeit bedeutet, durften wir vom Moment unseres Eintreffens bis zu unserem Abschied erfahren. Das gemeinsame Gespräch in englischer Sprache am gemeinsamen Tisch mit den Schwestern, die Begegnung mit den Schülerinnen, sei es in der Schule oder im lebendig gestalteten afrikanischen Gottesdienst, die Spaziergänge im wunderbaren Gemüsegarten, in dem von Richard angepflanzten Baumgarten oder auf dem Landwirtschaftsbetrieb, all das hat uns nachhaltig beeindruckt. Dabei konnten wir auch feststellen, dass das Spendengeld aus der Schweiz ohne Einschränkung vor Ort seine volle Wirkung erzielt.
Der zweiwöchige Besuch in Tansania hat zweifelsohne bei uns Spuren hinterlassen. Dabei durften wir uns daran mitfreuen, was in Mivumoni entstanden ist. Wir haben auf der Reise aber auch die grosse Armut vieler Menschen gesehen. Ich denke an die Wasserknappheit, die mit einer monatelangen Trockenheit und Hitze verbunden ist. Bei unseren Gesprächen haben wir erfahren, wie Frauen – allen voran Witwen -, ethnische Minderheiten oder Behinderte benachteiligt sind. Und wenn wir uns die Geschichte und die Gegenwart dieses Landes vor Augen führten, so konnten wir hautnah spüren, wie die frühere Kolonialisierung, der Sklaven- und Menschenhandel, aber auch die moderne Ausbeutung durch reiche Länder oder die Korruption ihre Spuren hinterlassen.
Wir sind tief beeindruckt nach unserem Aufenthalt in Tansania nach Hause zurückgekehrt. Was die Schwestern in Mivumoni leisten, löste bei uns grosse Bewunderung und Anerkennung aus. Auch wenn in dieser kurzen Zeit seit der Gründung der Schule viel realisiert worden ist, bleibt in der Zukunft noch manches zu tun. Aber den Samen, den wir mit unserer Hilfe leisten, fällt dank der bewundernswerten Arbeit der Schwestern auf fruchtbaren Boden. Damit der Samen neue Früchte bringt, braucht es Wasser, Nährstoffe und Sonne. Letzteres haben sie in Afrika genug. Für die ersten beiden können wir weiterhin mit unserer Unterstützung einen wertvollen Beitrag leisten.

Peter Bieri, Hünenberg

Besuch in Tansania im Oktober/November 2016: Richard Balmer, Richard Gander, Pierre Hayoz, Alois Rast, Cornel Schuler, Guido Wetli, Peter Bieri