Reise 2019 – Eindrücke

Wir sind schon einige Zeit von unserem Besuch in Tanzania zurück. Unser Gepäck war randvoll mit vielen Erlebnissen und kostbaren Begegnungen. Wir brauchten aber Zeit uns zu erholen und um Zuhause wieder so richtig anzukommen, denn diese Reise war in vielem sehr emotional. Sie hat uns gefordert und wurde auch zu einer persönlichen Grenzerfahrung. In Afrika kommt es oft anders als geplant! So wurden auch unsere Pläne oft von der lokalen Schlechtwetterlage durchkreuzt.

Wir besuchten in Mivumoni das Kwanza Projekt und besuchten im Norden alle Stationen der Schwestern. Wir genossen ihre Gastfreundschaft. Die frohen Gemüter mit ihrem Gesang und viel Palaver liessen unsere Batterien wieder aufladen.

Die Schwestern liessen uns teilhaben an ihrem Wirken, ihrer Schaffenskraft mit viel Ausstrahlung für die Bevölkerung. Mit ihnen freuen wir uns über alles, was gelingt. Wir nehmen Anteil, woran sie zielstrebig arbeiten, versuchen zu verbessern und mit viel Weitsicht planen. Wir sind dankbar für ihre Offenheit, teilen Erfolg aber auch das Erkennen und Annehmen von Problemen und Schwierigkeiten, die es zu lösen gibt. Die Sisters sind und bleiben gefordert. Gemeinsam sind sie zuversichtlich, mit Freude und in ihrem Glauben bestärkt, geben sie einander der nötigen Halt.

Gerne berichten wir im Folgenden über unsere Reise und erzählen euch so von den neusten Entwicklungen bei den Schwestern. Dabei haben wir auf drei Aspekte – Graduation, Klima und Begegnungen – unseren Fokus gelegt.

Vreny und Richi Balmer

Reise 2019 – Fokus GRADUATION

Wir waren der offiziellen Einladung zur ersten Abschlussfeier (Graduation) der Sekundarschule in Mivumoni gefolgt. Dies hat einen grossen Stellenwert bei den Schülerinnen, deren Eltern und bei der Lehrerschaft. Sie findet gleichzeitig an allen Schulen in Tanzania statt.

Wir waren voller Vorfreude, da ein solches Fest auf afrikanische Weise eine grosse Sache werden würde. Uns war grosses Wetterglück beschieden, denn die Feierlichkeiten fanden im Freien statt.

Viele geladene Gäste, Eltern, der Bischof der Diözese Tanga, Regierungsleute des Distrikts Pangani und das ganze Dorf nahmen daran teil. Es war eine frohe Feier mit Eröffnungsgottesdienst, Sang und Klang, gefolgt von Ehrungen und langandauernden Reden.

Die Schülerinnen umrahmten diese Diplomierung mit Sketchs und Spiel. Die sichtlich stolzen Eltern beschenkten ihre Kinder. Die Regierung sprach ihnen grossen Dank und Wertschätzung aus, für ihre Kinder diese Ausbildung überhaupt zu ermöglichen. In Workshops bekamen die Besucher Einblick ins Gelernte.

Wo ein Fest stattfindet, fehlt es nicht an Speis und Trank und so gibt viele grosse und kleine Zaungäste. Niemand ging hungrig nach Hause.

Eine angereiste Frauengruppe übernahm das Kochen für ca. 500 Personen auf traditionelle Art. Die Schülerinnen, Lehrer und Schwestern sorgten für einen perfekten Ablauf. Wir waren ihre Gäste und durften in dieses kunterbunte Treiben ohne Sprachbarrieren einfach mal abtauchen.

Reise 2019 – Fokus KLIMA

Auch in Afrika ist der Klimawandel kein leeres Wort – spürbar nagt er an den Lebensgrundlagen der Bevölkerung.

Da die offizielle Regenzeit im März/April zu kurz und vielerorts ganz ausfiel, gab es in Tanzania nur eine schlechte bis gar keine Ernte. Wie kann sich ein Land entwickeln, wenn immer wieder Nothilfe geleistet werden muss?

Während unseres Aufenthaltes und Wochen darüber hinaus hat es unaufhörlich monsunartig geregnet, was ungewöhnlich ist für diese Jahreszeit. Schnell werden Bäche zu reissenden Flüssen, Gewässer zur Sintflut. Felder und Gärten werden verwüstet, Strassen und Wege unpassierbar, Häuser schwimmen im Wasser, viele Menschen kamen zu Schaden.

In Mivumoni verlor die Landwirtschaft schnell an Glanz mit all dem liegenden Wasser, das sich mit Dreck und Mist vermischte, der nicht ausgebracht werden konnte. Die Gülle überlief aufgrund des Stillstandes der Biogasanlage. Die Reparatur- und Bauarbeiten konnte wegen dem aufgeweichten Boden bis heute nicht durchgeführt werden. Dadurch werden vorübergehend die Kochtöpfe wieder mit Brennholz gefüttert und an die stetigen Stromausfälle hat man sich längst gewöhnt.

Zwischendurch lockte uns ein sonniger Tag ans Meer, ohne Verlockung zum Baden. Unglaublich was der indische Ozean alles zu schlucken hat. Der Panganifluss schwemmte viel fruchtbare Erde vom Kilimanjaro Gebiet mit. Gleichzeitig «säuberte» der Fluss auch das Bachbett von Schmutz wie Plastik und Petflaschen.

Diese Wetterkapriolen haben auch eine positive Kehrseite. Alles war grün und die Bäume begannen zu blühen. Wo noch viel Wasser auf den Felder lag und sonst die Kühe weiden tummelten sich glückliche Kinder im Bade oder es fand gerade eine grosse Wäsche statt.

Reise 2019 – Fokus BEGEGNUNGEN

Die Reise beschenkte uns mit vielen wertvollen Begegnungen mit Menschen, die das Beste aus ihrem Leben versuchen zu machen – für sich, ihre Familien und nicht zuletzt für das Weiterkommen ihres Landes. Wir haben unverhofft Freunde und Bekannte getroffen, wir durften vielen Menschen begegnen und in ihre Gesichter blicken.

Der Besuch bei unserer befreundeten Massai-Familie am Rande des Tarangire-Nationalparks wird uns in Erinnerung bleiben. Adam Melio, ein ehemaliger Schüler der Fortbildungsschule in Mivumoni, hat mit viel Elan und unserer finanziellen Unterstützung sein Studium in Veterinärmedizin mit Doktorat erfolgreich abgeschlossen. Ein junger Mensch, der mit viel Hoffnung an eine gute Zukunft glaubt und daran baut, für sich und seine Familie und sein Stammesvolk.

18. August 2019 – Sisters zu Besuch in Hünenberg

„Karibu ya Hünenberg!“ Mit einem herzlichen Willkommensgruss begrüsste Diakon Christian Kelter, der zusammen mit seiner Familie vor kurzem selber noch Gast bei den Sisters in Tanzania war, Sr. Christiana und Sr. Irimina im Sonntagsgottesdienst der Pfarrei Heilig Geist Hünenberg. Es war eine grosse Freude die Sisters bei uns zu Gast zu haben und zusammen mit vielen Menschen aus Hünenberg eine farbenfrohe Messe zu feiern.

Nicht nur die Sonne strahlte an diesem Sonntag, sondern auch die Gesichter der zahlreichen Gottesdienstbesucher als Sr. Christiana und Sr. Irimina sich am Ende der Feier mit frohen Worten an sie wendeten. Die Herzen der Leute hatten sie mit einem eingängigen Lied und mit ihrer afrikanischen Lebensfreude sofort erobert. Sie bedankten sich für die grosse und treue Unterstützung der Pfarrei Heilig Geist Hünenberg. Ebenfalls berichtete Sr. Christiana von den Fortschritten auf den einzelnen Stationen. Zum Abschluss betete Sr. Irimina für uns alle ein Gebet auf Suaheli.

Nach dem Gottesdienst gab es einen kleinen Apero. Die Swing Band rund um Gody Bucher, der selber einmal als Lehrer im Seminar in Maua im Einsatz war, sorgte zusätzlich musikalisch für eine fröhliche und feierliche Stimmung. Viele Leute waren extra wegen den Sisters gekommen, waren doch bereits einige Leute zusammen mit Richi bei den Sisters in Tansania zu Besuch.

Wir danken allen Leute für Ihr Kommen und für Ihre treue Verbundenheit mit den Schwestern! Asante sana!

29. Juli 2019 – Sarahs und Fabiennes Blog Teil 4

Asante sana! Vielen Dank! Thank you!

Die zwei Monate bei den Schwestern in Mivumoni sind nun zu Ende. Als Abschluss unseres Aufenthaltes in Tansania erklommen wir das Dach Afrikas, den Kilimanjaro. Damit endete für uns die Zeit in Tansania mit einem weiteren unvergesslichen Erlebnis. Wir sind sehr dankbar, dass die Schwestern uns an ihrem Leben in Mivumoni teilhaben liessen. Mit sehr vielen neuen interessanten Eindrücken kehren wir nach Hause zurück. Die Offenheit, mit welcher die Schwestern uns empfangen haben, werden wir nicht wieder vergessen. Wir danken allen, welche uns dieses einzigartige Erlebnis ermöglicht haben. Wir hoffen, dass wir mit unserem Einsatz im Spital und in der Schule einen kleinen Beitrag zum guten Werk der Schwestern beitragen konnten.

Kwa heri na tutaonana! Viel Glück und auf Wiedersehen! Good luck and Goodbye!

24. Juli 2019 – Fabiennes Blog Teil 3

Bei unserer Ankunft in Mivumoni haben uns die Schwestern mit Gesang, Tanz und offenen Armen willkommen geheissen. Wir fühlten uns in ihrer Gemeinschaft sofort wohl. In diesem Blog erzähle ich euch vom Leben in der Schwesterngemeinschaft.

Der Alltag ist stark strukturiert. Gebet, Arbeit, Ruhe und Zeit in der Gemeinschaft füllen den Tag aus. Der Tag beginnt mit der Messe um 6 Uhr und dem gemeinsamen Frühstück im Anschluss. Danach geht jeder Schwester ihrer zugeteilten Tätigkeit nach. Einige arbeiten im Garten, auf den Feldern oder im Stall. Andere arbeiten im Spital oder in der Schule. Das eher kurze Mittagessen um 13 Uhr unterbricht ihre Arbeit und stärkt alle für die zweite Tageshälfte. Beim Nachtessen um 19 Uhr nimmt man sich mehr Zeit und redet über die Tagesgeschehnisse. Den Tag beendet man wie man ihn begonnen hat, im Gebet vor Gott.

Die meisten Anwärterinnen treten mit 18 Jahren ins Kloster ein. Auf dem Weg zur Schwester erhalten alle Frauen eine Grundausbildung, dazu gehört auch mindestens der Abschluss der Sekundarschule. Danach entscheidet die Gemeinschaft in Absprache mit der Schwester, welche Tätigkeit aufgrund ihres Interessens und ihrer Fähigkeiten am besten zu ihr passt. So bilden sich einige Schwestern zu Lehrerinnen, Krankenschwestern, Bäuerinnen, Näherinnen und sogar zu Augenärztinnen aus. Jedoch sollte sich die Aufgabe einer Schwester innerhalb ihres Lebens ändern, denn neue Herausforderungen halten den Geist wach.

Der Sonntag ist ein besonderer Tag! Alle – die Schwestern, die Angestellten und die Schülerinnen – nutzen den Tag, um neue Energie für die nächste Woche zu sammeln. Am Gottesdienst, in dem viel gesungen und geklatscht wird, nehmen auch die Schülerinnen teil. Man bemerkt die Freude an der Musik in jedem Lied.

20. Juli 2019 – Fabiennes Blog Teil 2

Nebst unseren Aufgaben im Spital und in der Schule haben wir viel in der Küche geholfen. Die Schwester im Küchendienst arbeitet den ganzen Tag in der Küche und schaut, dass alle Speisen rechtzeitig zubereitet werden. Sie isst jeweils erst, wenn alle Schwestern gespeist haben. Die meisten Lebensmittel stammen aus dem eigenen Garten oder Stall. Die Mahlzeiten werden mit viel Liebe und Sorgfalt zubereitet. Die Hauptnahrungsmittel sind Bohnen, Reis, Kochbananen, Mais und Kartoffeln. Einmal die Woche oder wenn Gäste da sind, gibt es Fleisch und der Mais wird ersetzt durch frittierte oder gebratene Bananen, Omletten oder die köstlichen Samosa. Dazu gibt es immer viel Gemüse, Salat und die frischsten und süssesten Früchte. Beim Essen bemerkt man den Einfluss der Schweizer Missionarinnen noch ganz besonders gut, da gelentelich auch Rösti oder Schenkeli zubereitet werden.

An feinem und gesundem Essen hat es uns nie gefehlt. Die Schwestern haben sorgsam darauf geachtet, dass wir genügend essen. Schnell haben wir einen wichtigen Satz gelernt: ne me shiba – ich bin satt.


Mlo wema! Einen guten Appetit!

10. Juli 2019 – Fabiennes Blog Teil 1

Ich bin Fabienne Müller und habe im Inselspital in Bern die Ausbildung als Fachfrau Gesundheit abgeschlossen. Durch Richi Balmer bekam ich die Möglichkeit in einem Spital in Afrika meinen Erfahrungshorizont zu erweitern.

Als ich die Krankenstation in Mivumoni sah, war ich begeistert. Das Gebäude war neu, hell und sauber. Das Personal begrüsst mich freundlichen. Zuerst wurde mir alles erklärt und die einzelnen Behandlungsräume (Ultraschallraum, Diagnosezimmer, Physiotherapieraum, Personalraum und Medikamentenausgabe) gezeigt.

In der Regenzeit im Mai sind oft die Schotterstrassen nicht befahrbar. Dadurch hatten wir beinahe keine Patienten, da diese oft mit dem Motorrad-Taxi zur Krankenstation gefahren werden. Ich hatte jedoch die Gelegenheit bei einer Geburt dabei sein zu können. Die Mutter kannte den Ablauf schon gut, da es ihr viertes Kind war. Die Familie wartete draussen auf der Bank geduldig auf das neue Familienmitglied. Die Familie hat den wichtigen Auftrag Tee und Betttücher für die Geburt mitzubringen. Die Tücher werden auf dem Schragen ausgebreitet und nach der Geburt nimmt die Familie sie wieder zurück nach Hause, um sie zu waschen. Die Geburt verlief ohne Schmerzmittel und ohne viele Worte. Das Kind wurde in Tücher gewickelt und lag ruhig auf dem Tisch, bis die Mutter versorgt war. Nach etwa zwei Stunden fuhr die Mutter mit dem Motorrad zurück nach Hause.

Ebenfalls durfte ich Blutentnahmen und Wundversorgungen machen. Hier fiel mir insbesondere der Hygienestandart auf. Als ich um Handschuhe bat, wurde mir gesagt, dass es nicht nötig sei. Am Morgen haben wir jedoch den Boden mit Handschuhen gewischt. Händedesinfektion haben sie in keinem Raum und spezielles Verbandsmaterial gibt es, aber es fehlt das wissen, wie diese richtig zu gebrauchen sind.

die Krankenstation in Mivumoni
das Team der Krankenstation und ich

An einem ruhigen Tag habe ich zusammen mit den Schwestern die gespendeten Sachen durchsucht und ihnen einige Geräte erklärt. So haben wir beispielsweise ein neues Gerät zum Messen des Blutzuckerspiegels in Betrieb genommen. Einige gespendete Geräte, wie Beatmungsbrillen oder Kathetersäcke, sind nicht «brauchbar», da ihnen wichtige Zusatzteile fehlen.

Es besteht kein Zweifel, dass die Schwestern und das geschulte Personal das Bestmögliche für die Patienten unternehmen. Leider fehlt es ihnen oft an den nötigen Materialen, Medikamenten und an der nötigen Ausbildung, diese richtig anzuwenden.

Teils war es für mich schwer zu akzeptieren, dass ich nicht bei allem helfen konnte. Beispielsweise leidet eine Patientin seit drei Jahren an Komplikationen aufgrund eines Kaiserschnittes. Sie sah in mir eine Chance, ihr Leiden zu lindern. Gerne hätte ich ihr geholfen, jedoch wurde mir klar, dass dies nicht meine Kompetenzen sind und ich ihr daher nicht helfen kann. In der Schweiz würde man den Oberarzt oder den Spezialisten fragen. Hier war ein 23-jähriger Arzt, die Person mit am meisten Erfahrung.

In diesem Spital ist Potenzial und viele Anwohner setzten ihre ganze Hoffnung darauf. Es braucht jedoch Zeit, mehr Material und Geld für eine fachmännische Behandlung. Vieles ist für uns selbstverständlich, wie zum Beispiel das Lagern von Medikamenten bei Raumtemperatur. Hier ist dies nur bedingt möglich, indem Ventilatoren vor den Regalen mit den Medikamenten gestellt werden. Mir werden all diese Eindrücke noch lange in Erinnerung bleiben und ich bin beeindruckt vom täglichen Engagement der Schwestern und dem Personal im Spital. Sie geben täglich ihr Bestes für das Wohl der Leute!

10. Juli 2019 – Sarahs Blog Teil 3

Durch unseren Aufenthalt bei den Schwestern haben wir Einblicke in den Alltag der Leute in Tansania erhalten. In diesem Blog möchte ich euch von diesen Eindrücken berichten.

Die Gegend rund um das Dörfchen Mivumoni ist von Armut geprägt. Die Wohnhütten sind aus Holz und Lehm. Verputzte Häuser sahen wir in dieser Gegend kaum. Generell ist die Infrastruktur dürftig. Als Wasserquelle dient entweder der Regen oder der nächstgelegene Brunnen. Das Geschäft, was ein grosses hygienisches Problem ist, verrichten die Leute oft im Busch. Eine Stromleitung führt entlang der Strasse. Ein Anschluss ist für die meisten Leute aber viel zu teuer. Wenn die Leute nicht zu Fuss oder auf einem klapprigen Fahrrad unterwegs sind, nehmen sie ein Motorrad-Taxi (Helmpflicht besteht noch nicht) oder den Daladala-Bus. Ein eigenes Auto besitzen die Leute hier kaum, da dies viel zu teuer ist. In der Regenzeit, wenn die Schotterstrassen nicht befahren werden können, geht man entweder zu Fuss oder man wartet bis die Strassen geflickt und wieder befahrbar sind. Pole pole!

Egal zu welcher Tageszeit und Wochentag wir an den Dörfern vorbeifuhren, wir sahen stets kleine Kinder, die vor den Häuser spielen, und vielfach Frauen, die Hausarbeiten erledigen. Es scheint als müssen die Kinder viel früher lernen selbstständig zu sein. So legen bereits kleine Kinder lange Strecken alleine zu Fuss zurück. Die älteren Geschwister passen auf die Jüngeren auf – auch in sehr jungem Alter.

Während unserer Aufenthaltszeit hat die Regierung per 1. Juni 2019 Plastiksäcke aller Art verboten. Aus unserer Sicht mag dies nicht überraschen, da Einwegplastik umweltschädlich ist. In Tansania wurde den Leuten jedoch keine Alternativen durch den Staat zur Verfügung gestellt, welche erschwinglich und aufgrund der hier oft herrschenden Feuchtigkeit praktikabel wären. Dies löste zu Beginn grosses Unverständnis bei den Schwestern aus. Doch bereits nach einem Monat beobachteten wir, dass die Leute auf der Strasse vermehrt Mehrwegtaschen verwendeten.

Die ungleiche Stellung von Mann und Frau in der Gesellschaft ist immer noch sehr präsent. Viele Paare zeugen Nachwuchs bis mindestens ein Junge geboren wurde. Die Frauen erledigen den Haushalt und erziehen die Kinder, während die Väter versuchen, die Familie zu ernähren. Eine Lehrerin der Sekundarschule in Mivumoni, die ihr Kind alleine aufziehen muss, hat mir erzählt, wie schwierig sich ihr Leben gestaltet. Sie wird sehr oft verurteilt und verachtet, da sie ihr Kind alleine grosszieht. Ihr grosser Wunsch ist, dass sich dies ändert!

„Mungu ibariki Tanzania
Dumisha uhuru na Umoja
Wake kwa Waume na Watoto
Mungu Ibariki Tanzania na watu wake.“

Passage der Nationalhymne Tansanias